Die Warnung der Flaschenfee
Es war einmal ein armer Mann, der hatte viel Pech gehabt in seinem Leben.
Er lebte in einer schäbigen kleinen Hütte und hatte nichts, womit er seinen
Lebensunterhalt verdienen konnte. Schließlich war ihm auf der Welt nichts
mehr geblieben als drei Flaschen Wein.
Der Winterwind heulte um die Hütte, und die armselig eingerichteten Zimmer blieben dunkel, auch wenn man den Lichtschalter betätigte. Die Schränke waren leer, und die Post, die er bekam, war alles andere als freundlich.
"Mein Leben ist trostlos und leer", sagte der Mann, "ich werde diesen Weißwein trinken und versuchen zu vergessen."
Und er öffnete die erste Weinflasche.
Statt des erwarteten Aromas süßer Beeren stieg aus der Flasche eine winzige Frau von perfekten Proportionen. Sie trug ein Kleid von der Farbe von Herbstsonnenlicht, und ihr Haar war fast weiß. "Trink den Wein nicht", sagte
sie, "und ich werde dich reich belohnen." Aber der Mann hörte nicht auf die Fee. Er verscheuchte sie, füllte sein Glas und trank, bis er schlafend auf den Tisch sank. Der Weißwein bildete eine klebrige Pfütze, in der sein Kopf lag. Das Fenster stand weit offen, und er fror im Schlaf.
Am nächsten Morgen ging der Mann in die Stadt, um seine Uhr zu verkaufen. Aber sie war alt und zerkratzt, und das Uhrwerk funktionierte nicht mehr exakt, und keiner wollte sie kaufen. Enttäuscht und mit leeren Taschen kehrte der Mann nach Hause zurück. Die Heizung funktionierte nicht mehr, und es war bitterkalt. Er öffnete die zweite Weinflasche und griff nach einem klebrigen Weinglas. "Dieser Rosé ist lieblich und warm. Er wird mir das Leben versüßen und meine Träume wahr werden lassen."
Aber wieder stieg eine kleine Fee aus dem Flaschenhals. Ihr Kleid hatte die Farbe wilder Hundsrosen, und ihr Haar war von dunklem Blond wie altes Gerstenstroh. "Trink diesen Wein nicht, und ich sage dir die Zukunft vorher!"
"Ich habe keine Zukunft", sagte der Mann, warf die Fee aus der Wohnung und trank, bis die Flasche leer war. Dann wankte er in sein Schlafzimmer, fiel ins Bett und schlief direkt ein.
Am nächsten Tag ging der Mann in den Wald, um Feuerholz zu suchen, aber andere hatten die Idee bereits vor ihm gehabt, und er kehrte mit wenigen dürren Reisern in seine vier Wände zurück. Das Feuer, das er in einem verbeulten Kessel entzündete, brachte weder Licht noch Wärme. Draußen war es noch Tag, aber das Sonnenlicht erreichte die schäbige Hütte nicht mehr, und das Zimmer war düster. Eiskristalle wuchsen an den Fensterscheiben.
Mit einem Seufzer griff der Mann nach der letzten Flasche. "Heute nacht soll dieser Rotwein mein Freund sein, und morgen werde ich meinem Leben ein Ende setzen."
Kaum hatte er den Korken aus dem Flaschenhals gezogen, stieg eine wunderschöne winzige Frau empor. Ihre Locken waren pechschwarz, und ihr Kleid hatte die Farbe vergossenen Blutes. "Trink diesen Wein nicht!"
"Was versprichst du mir? Gold? Weisheit? Liebe?" höhnte der Mann. "Ich habe alles gehabt, und ich habe es eingetauscht gegen diesen Wein, der mich fröhlich macht und meinen Tagen Sinn verleiht."
Die Fee schüttelte den Kopf. "Ich verspreche dir gar nichts. Aber wenn du diesen Wein trinkst, wird es ein schreckliches Ende mit dir nehmen. Überleg es dir gut! Väterchen Frost sucht schon lange nach so einem wie dir."
Der Mann griff nach der Flasche und begann, Wein in sein Glas zu füllen. Die Fee purzelte aus dem Flaschenhals und blieb in einer Weinpfütze sitzen. Ehe der Mann sie vom Tisch fegen konnte, gab es einen Knall und eine Rauchwolke, und die Fee war verschwunden. Der Mann trank sein Glas in einem Zug leer und bemühte sich zu vergessen. Das magere Feuer war schon lange heruntergebrannt, als er langsam von seinem Stuhl sackte.
Der Mann erwachte von einem scharfen Knall, als das Fenster weit aufgerissen wurde. Ein uralter Mann mit langem weißem Bart schaute auf ihn herab. "So einen wie dich habe ich schon lange gesucht. Willst du mit mir kommen?"
"Was bekomme ich, wenn ich mit dir gehe?" fragte der Mann.
"Du wirst nie wieder traurig sein", antwortete der Alte, "noch wirst du Hunger oder Durst leiden."
Der Mann stieg durch das Fenster und folgte Väterchen Frost - denn so hieß der alte Mann, wie die Fee es vorhergesagt hatte - in den Wald.
Sie reisten zusammen, und dem Mann ging es gut. Er hatte weder Durst noch Hunger, und Kälte spürte er auch nicht. Seine Aufgabe war es, Väterchen Frost auf seinen Schultern durch Flüsse zu tragen und schwere Gegenstände für ihn zu heben. Es war kein glorreiches Leben, aber besser als sein altes allemal.
Eines Tages kamen sie an ein kleines Dorf, das ganz von Schnee und Eis bedeckt war. Väterchen Frost sah sich zufrieden um, bewunderte seine Arbeit und beschloss, auf einer kleinen Holzbank Rast zu machen. Der Mann wanderte durch das Dorf und sah sich um. Da stieg ihm ein verführerischer Duft in die Nase. Er folgte der Fährte und fand eine Fleischpastete, die eine Hausfrau zum Auskühlen auf der Fensterbank gelassen hatte. Bei der Erinnerung an all die Pasteten, die er sich früher nie hatte leisten können, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Er sah sich um, ob ihn jemand beobachtete, dann griff er nach der Pastete und rannte davon.
In einer Seitenstraße hielt er an, brach ein großes Stück von der Pastete ab und steckte sie sich in den Mund. Er verbrannte sich Finger und Zunge, aber ach! Die Pastete schmeckte nach nichts. Es war, als habe er den Mund voller Sägemehl.
Angewidert ließ der Mann die Pastete in den Schnee fallen und wanderte weiter. Was er jetzt brauchte, war ein kräftiger Schluck Bier, um diesen Nicht-Geschmack aus dem Mund zu kriegen!
Da sah er ein Pferdefuhrwerk am Wegrand stehen. Ein kräftig gebauter junger Mann war damit beschäftigt, Bierkästen abzuladen und in die Gastwirtschaft zu tragen. Der Mann wartete, bis der Fuhrmann in der Wirtschaft verschwunden war, dann griff er nach einer Flasche Bier und lief schnell davon. Aber als er den Flaschenbügel öffnete, erlebte er eine weitere Enttäuschung - das Bier schmeckte nach nichts, und es brachte auch keine Erfrischung.
Niedergeschlagen kehrte er zu Väterchen Frost zurück. "Weder Essen noch Trinken bringt mir Befriedigung! Die Dinge schmecken nach nichts, und sie machen mich auch nicht mehr glücklich!"
"Das liegt daran, dass du mit mir gereist bist. Es steht dir frei, nach Hause zurückzukehren. Aber was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden."
Als der Mann das hörte, drehte er auf dem Absatz um und machte sich auf den Heimweg.
Der Weg war mühsam. Der Winter hatte das ganze Land verändert, und niemand öffnete ihm die Tür. Er schlief in verlassenen Ziegenställen und aß Baumrinde und trockenes Gras, aber er schmeckte nichts. Wenn er Schnee schmolz, um etwas zu trinken, blieb das Wasser für ihn nutzlos. Er war verzweifelt.
Schließlich erreichte er seine Hütte - aber was war das? Auf dem Boden lag eine Gestalt in einem weinbefleckten Hemd, und daneben saß die kleine Fee in dem blutroten Kleid.
"Was tust du hier?" fragte er.
"Ich habe gewartet. Hast du gefunden, was du suchst?" Die Fee sah ihn aus großen dunklen Augen an.
"Mein Leben ist sinnlos. Ich leide zwar keine Not, aber es gibt auch nichts, das mir Freude macht."
Die Fee schüttelte traurig den Kopf. "Meine Schwestern wollten dir Geschenke machen, aber du hast sie nicht angenommen. Und auf meine Warnung wolltest du nicht hören. Jetzt bleibt dir nur noch eins."
Der Mann verstand. Er stieg durch das Fenster und legte sich auf den Boden, neben seinen eigenen Körper, der schon lange steif gefroren war.
Der Winterwind heulte um die Hütte, und die armselig eingerichteten Zimmer blieben dunkel, auch wenn man den Lichtschalter betätigte. Die Schränke waren leer, und die Post, die er bekam, war alles andere als freundlich.
"Mein Leben ist trostlos und leer", sagte der Mann, "ich werde diesen Weißwein trinken und versuchen zu vergessen."
Und er öffnete die erste Weinflasche.
Statt des erwarteten Aromas süßer Beeren stieg aus der Flasche eine winzige Frau von perfekten Proportionen. Sie trug ein Kleid von der Farbe von Herbstsonnenlicht, und ihr Haar war fast weiß. "Trink den Wein nicht", sagte
sie, "und ich werde dich reich belohnen." Aber der Mann hörte nicht auf die Fee. Er verscheuchte sie, füllte sein Glas und trank, bis er schlafend auf den Tisch sank. Der Weißwein bildete eine klebrige Pfütze, in der sein Kopf lag. Das Fenster stand weit offen, und er fror im Schlaf.
Am nächsten Morgen ging der Mann in die Stadt, um seine Uhr zu verkaufen. Aber sie war alt und zerkratzt, und das Uhrwerk funktionierte nicht mehr exakt, und keiner wollte sie kaufen. Enttäuscht und mit leeren Taschen kehrte der Mann nach Hause zurück. Die Heizung funktionierte nicht mehr, und es war bitterkalt. Er öffnete die zweite Weinflasche und griff nach einem klebrigen Weinglas. "Dieser Rosé ist lieblich und warm. Er wird mir das Leben versüßen und meine Träume wahr werden lassen."
Aber wieder stieg eine kleine Fee aus dem Flaschenhals. Ihr Kleid hatte die Farbe wilder Hundsrosen, und ihr Haar war von dunklem Blond wie altes Gerstenstroh. "Trink diesen Wein nicht, und ich sage dir die Zukunft vorher!"
"Ich habe keine Zukunft", sagte der Mann, warf die Fee aus der Wohnung und trank, bis die Flasche leer war. Dann wankte er in sein Schlafzimmer, fiel ins Bett und schlief direkt ein.
Am nächsten Tag ging der Mann in den Wald, um Feuerholz zu suchen, aber andere hatten die Idee bereits vor ihm gehabt, und er kehrte mit wenigen dürren Reisern in seine vier Wände zurück. Das Feuer, das er in einem verbeulten Kessel entzündete, brachte weder Licht noch Wärme. Draußen war es noch Tag, aber das Sonnenlicht erreichte die schäbige Hütte nicht mehr, und das Zimmer war düster. Eiskristalle wuchsen an den Fensterscheiben.
Mit einem Seufzer griff der Mann nach der letzten Flasche. "Heute nacht soll dieser Rotwein mein Freund sein, und morgen werde ich meinem Leben ein Ende setzen."
Kaum hatte er den Korken aus dem Flaschenhals gezogen, stieg eine wunderschöne winzige Frau empor. Ihre Locken waren pechschwarz, und ihr Kleid hatte die Farbe vergossenen Blutes. "Trink diesen Wein nicht!"
"Was versprichst du mir? Gold? Weisheit? Liebe?" höhnte der Mann. "Ich habe alles gehabt, und ich habe es eingetauscht gegen diesen Wein, der mich fröhlich macht und meinen Tagen Sinn verleiht."
Die Fee schüttelte den Kopf. "Ich verspreche dir gar nichts. Aber wenn du diesen Wein trinkst, wird es ein schreckliches Ende mit dir nehmen. Überleg es dir gut! Väterchen Frost sucht schon lange nach so einem wie dir."
Der Mann griff nach der Flasche und begann, Wein in sein Glas zu füllen. Die Fee purzelte aus dem Flaschenhals und blieb in einer Weinpfütze sitzen. Ehe der Mann sie vom Tisch fegen konnte, gab es einen Knall und eine Rauchwolke, und die Fee war verschwunden. Der Mann trank sein Glas in einem Zug leer und bemühte sich zu vergessen. Das magere Feuer war schon lange heruntergebrannt, als er langsam von seinem Stuhl sackte.
Der Mann erwachte von einem scharfen Knall, als das Fenster weit aufgerissen wurde. Ein uralter Mann mit langem weißem Bart schaute auf ihn herab. "So einen wie dich habe ich schon lange gesucht. Willst du mit mir kommen?"
"Was bekomme ich, wenn ich mit dir gehe?" fragte der Mann.
"Du wirst nie wieder traurig sein", antwortete der Alte, "noch wirst du Hunger oder Durst leiden."
Der Mann stieg durch das Fenster und folgte Väterchen Frost - denn so hieß der alte Mann, wie die Fee es vorhergesagt hatte - in den Wald.
Sie reisten zusammen, und dem Mann ging es gut. Er hatte weder Durst noch Hunger, und Kälte spürte er auch nicht. Seine Aufgabe war es, Väterchen Frost auf seinen Schultern durch Flüsse zu tragen und schwere Gegenstände für ihn zu heben. Es war kein glorreiches Leben, aber besser als sein altes allemal.
Eines Tages kamen sie an ein kleines Dorf, das ganz von Schnee und Eis bedeckt war. Väterchen Frost sah sich zufrieden um, bewunderte seine Arbeit und beschloss, auf einer kleinen Holzbank Rast zu machen. Der Mann wanderte durch das Dorf und sah sich um. Da stieg ihm ein verführerischer Duft in die Nase. Er folgte der Fährte und fand eine Fleischpastete, die eine Hausfrau zum Auskühlen auf der Fensterbank gelassen hatte. Bei der Erinnerung an all die Pasteten, die er sich früher nie hatte leisten können, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Er sah sich um, ob ihn jemand beobachtete, dann griff er nach der Pastete und rannte davon.
In einer Seitenstraße hielt er an, brach ein großes Stück von der Pastete ab und steckte sie sich in den Mund. Er verbrannte sich Finger und Zunge, aber ach! Die Pastete schmeckte nach nichts. Es war, als habe er den Mund voller Sägemehl.
Angewidert ließ der Mann die Pastete in den Schnee fallen und wanderte weiter. Was er jetzt brauchte, war ein kräftiger Schluck Bier, um diesen Nicht-Geschmack aus dem Mund zu kriegen!
Da sah er ein Pferdefuhrwerk am Wegrand stehen. Ein kräftig gebauter junger Mann war damit beschäftigt, Bierkästen abzuladen und in die Gastwirtschaft zu tragen. Der Mann wartete, bis der Fuhrmann in der Wirtschaft verschwunden war, dann griff er nach einer Flasche Bier und lief schnell davon. Aber als er den Flaschenbügel öffnete, erlebte er eine weitere Enttäuschung - das Bier schmeckte nach nichts, und es brachte auch keine Erfrischung.
Niedergeschlagen kehrte er zu Väterchen Frost zurück. "Weder Essen noch Trinken bringt mir Befriedigung! Die Dinge schmecken nach nichts, und sie machen mich auch nicht mehr glücklich!"
"Das liegt daran, dass du mit mir gereist bist. Es steht dir frei, nach Hause zurückzukehren. Aber was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden."
Als der Mann das hörte, drehte er auf dem Absatz um und machte sich auf den Heimweg.
Der Weg war mühsam. Der Winter hatte das ganze Land verändert, und niemand öffnete ihm die Tür. Er schlief in verlassenen Ziegenställen und aß Baumrinde und trockenes Gras, aber er schmeckte nichts. Wenn er Schnee schmolz, um etwas zu trinken, blieb das Wasser für ihn nutzlos. Er war verzweifelt.
Schließlich erreichte er seine Hütte - aber was war das? Auf dem Boden lag eine Gestalt in einem weinbefleckten Hemd, und daneben saß die kleine Fee in dem blutroten Kleid.
"Was tust du hier?" fragte er.
"Ich habe gewartet. Hast du gefunden, was du suchst?" Die Fee sah ihn aus großen dunklen Augen an.
"Mein Leben ist sinnlos. Ich leide zwar keine Not, aber es gibt auch nichts, das mir Freude macht."
Die Fee schüttelte traurig den Kopf. "Meine Schwestern wollten dir Geschenke machen, aber du hast sie nicht angenommen. Und auf meine Warnung wolltest du nicht hören. Jetzt bleibt dir nur noch eins."
Der Mann verstand. Er stieg durch das Fenster und legte sich auf den Boden, neben seinen eigenen Körper, der schon lange steif gefroren war.